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Ringelrobbe
Ringed Seal
Pusa hispida

Mecklenburg-Vorpommern, 28-04-2019
© Mathias Mähler


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2020-03-05   1
Martin Gottschling

Foto: Ringelrobbe von Mathias Mähler
Hallo,

warum ist das eigentlich eine Ringelrobbe? Vom Kopfprofil sieht diese Robbe aus wie ein Seehund.
Ich kenne die Fotos von der ersten Sichtung, auf diesen Bildern sehe auch ich eine Ringelrobbe.

Daher bleibt die berechtigte Frage, ob das wirklich bei allen Beobachtungen eine Ringelrobbe war?
Wie gesagt, auf diesen 4 Bildern hier sehe ich einen Seehund . . .

BG! MG


2020-03-06   2
Mathias Mähler

Foto: Ringelrobbe von Mathias Mähler
Hallo Martin,

meinst du mit den Fotos der ersten Sichtung z.B. dieses hier www.ostsee-zeitung.de/Vorpommern/Greifswald/Wie-suess!-Babyalarm-bei-den-Kegelrobben-in-MV (runter scrollen)? An dem Tag lag die Robbe leider recht weit draußen und dadurch waren keine besseren Fotos möglich. Ich bin nach wie vor überzeugt, dass es an allen Tagen das selbe Tier war. Der erste Eindruck war an allen Tagen gleich (auch wenn das ein recht subjektives Argument ist ;) ). Der größte Unterschied zwischen dem verlinkten Bild und den Bildern hier ist der Trocknungsgrad des Fells. Kann bei trockenem Fell die "Stupsnase" vielleicht etwas verloren gehen?! Ich habe hier auch bewusst Bilder gewählt, die zeigen, wie unterschiedlich die Kopfform je nach Winkel wirken kann. Auf Bildern einer anderen mir von mehreren Seiten bestätigten Ringelrobbe, die ich vor ein paar Jahren auf der Oie beobachten konnte, wirkt die Kopfform noch weniger stupsnäsig (ebenfalls trockenes Fell). Bei Gelegenheit werde ich die Fotos von diesem Tier hier auch gerne mal rein stellen. Diese Beobachtung hatte ich im Hinterkopf und habe daher die Kopfform in der Rangfolge der Argumente etwas zurück gestellt. Klar war für mich dadurch erstmal nur, dass es keine Kegelrobbe ist. Ein Hauptargument pro Ringelrobbe war die auffallend geringe Größe. Dadurch stach sie natürlich zwischen den ganzen Kegelrobben (>100 zu der Zeit!!) deutlich hervor. Kann ein Seehund zu der Jahreszeit denn noch so klein sein? Ein ebenfalls zeitgleich anwesender Seehund war da ein ganz anderes Kaliber. Auch wenn das Alter hier natürlich eine nicht unerhebliche Rolle spielen kann. Das Ausschlaggebendste für die Bestimmung Ringelrobbe war am Ende (an allen Tagen) das Ringelmuster im Fell. Leider kommen sie auf den hier gezeigten Fotos nicht so gut rüber wie im Feld. Am besten sieht man sie noch auf Bild 3 in dem nassen Fell des Hals/Brustbereichs und auf Bild 1 am unteren Bauch. Am PC sind sie bei mir etwas besser zu erkennen als auf dem Handy.
Nochmal zurück zu der Frage, ob es an allen Tagen das selbe Tier war: Bild 1, 2 und 4 sind vom 28.04.19, Bild 3 vom 30.04.19. Hier kann man wohl vom selben Tier ausgehen. Den auffallenden Fleck hinter dem linken Ohr halte ich für recht typisch.Ich meine auch auf dem Foto vom Tag der Erstentdeckung (21.04.) in dem Link so einen ähnlichen Fleck an selber Stelle erkennen zu können. Aber auf Grund der schlechten Qualität ist das nur ein vages aber m.E. interessantes Indiz.
Ich hatte gehofft, dass die Bilder hier genauer betrachtet werden und freue mich daher über jede kritische Nachfrage, die mich bisher erreicht hat. Man kann daraus selbst nur lernen. Die Kopfform stört mich auf den Fotos in der Tat auch noch am meisten. Allerdings war das im Feld deutlich weniger der Fall (Reaktion aller, die das Tier vor Ort gesehen haben: "Ooh, wie süß" ;) ).Wiegt die Kopfform dann wirklich die Ringel und die Größe auf?

Viele Grüße

Mathias


2020-03-06   3
Martin Gottschling

Foto: Ringelrobbe von Mathias Mähler
Hi Mathias,

danke für die ausführliche Antwort.

Hier kommen ja für eine intensive Recherche mehrere Dinge zusammen, zum einen findet man super wenige Fotos von Ostsee-Ringelrobben, die ja durchaus ein wenig anders aussehen als die arktischen Eismeer-Ringelrobben. Die haben wirklich einen ganz runden Kopf, eine kurze Schnauze und sehen vom Gesichtsausdruck dadurch sehr katzenartig aus. Ganz anders als das hundeartigen Seehund-Kopfprofil.

Wenn man etwas googelt, dann findet man wenige Bilder von Ostsee-Ringelrobben, z. B.

www.deutsches-meeresmuseum.de/wissenschaft/infothek/artensteckbriefe/ringelrobben/
www.bund.net/themen/tiere-pflanzen/tiere/saeugetiere/ringelrobbe/

Was auf diesen Bildern auffällt ist die sehr dunkle Fellfärbung, die anders aussieht als bei dem von dir fotografierten Tier. Ja, den Link den du eingestellt hat, zeigt ein Bild was ich von der ersten Sichtung in Erinnerung hatte.

Ich persönlich würde mich eher an "harte Fakten" wie Kopfform, Fellfärbung o. ä. halten, als an die Größe. Wenn wir jetzt davon ausgehen, dass das ein Seehund ist dann ist der ja vorjährig aufgrund der Größe. Ich denke dass der als 1jähriger noch nicht ausgewachsen sein muss, und damit noch keine endgültige Größe erreicht haben muss.

Wenn es jetzt eine Ringelrobbe ist, dann wäre sie entweder über ein Jahr alt oder ein Jungtier von diesem Winter, also quasi erstmals richtig selbständig (da Ringelrobben wintergebärend sind und Seehunde frühjahrsgebärend), und letzteres kann ich mir irgendwie nicht vorstellen. Also ein Alttier, und dann frage ich mich, warum diese Kopfform und warum so hell!?

Also wie ich es drehe und wende, ich lande irgendwie letztlich doch immer wieder bei einer Bestimmung mehr Seehund wie Ringelrobbe . . .

Viele Grüße, Martin


2020-03-06   4
Martin Gottschling

Foto: Ringelrobbe von Mathias Mähler
Zitat Mathias Mähler


Auf Bildern einer anderen mir von mehreren Seiten bestätigten Ringelrobbe, die ich vor ein paar Jahren auf der Oie beobachten konnte, wirkt die Kopfform noch weniger stupsnäsig (ebenfalls trockenes Fell). Bei Gelegenheit werde ich die Fotos von diesem Tier hier auch gerne mal rein stellen.



An diesen Bildern wäre ich sehr interessiert als Vergleich! Vielleicht hast du eine Möglichkeit die hier einzustellen, sonst ggf. auch als schnell abfotografiertes Bild vom PC-Screen an meine E-Mail als ersten Eindruck, falls es Probleme beim Einstellen gibt?

Danke!


2020-03-08   5
Mathias Mähler

Foto: Ringelrobbe von Mathias Mähler
Die Färbung des Fells ist neben dem Trocknunggrad sicher auch noch von seinem Alter abhängig (Ausbleichung). Das untere Bild auf der von dir verlinkten Seite vom Meeresmuseum zeigt ein Tier vom Ahlbecker Strand im Juli 2014. Unterstelle ich der Ringelrobbe mal eine ähnliche Zeit für den Fellwechsel wie der Ostsee-Kegelrobbe, etwa Mai bis Juni (leider habe ich für die Ringelrobbe keine Aussagen dazu gefunden), so sollte das Ahlbecker Tier recht frisches Fell haben. Die hier gezeigte Robbe hingegen stünde kurz vor ihrem Fellwechsel und das alte Fell könnte ausgeblichen sein (ich gehe auch davon aus, dass es keine diesjährige Robbe sein sollte). In diesem pdf sind einige Bilder von Ostsee-Ringelrobben zu finden, darunter auch Tiere mit hellerem Fell:

wwf.fi/app/uploads/2/r/u/z4bm4bbejniod2hde4g2kce/wwf_norppa_2017_web_korj_d.pdf

Hier ergänzend auch noch 2 Videos:

megastar.tallink.com/the-baltic-ringed-seal-the-worlds-smallest-seal-species/
www.youtube.com/watch?v=RXFE839ImA4

Der von dir erwähnte katzenartige Gesichtsausdruck fehlt in den Fotos der hier gezeigten Robbe durchaus. Allerdings sieht man in ein paar Bildern/Sequenzen aus den Links von oben, dass dieser nicht immer so deutlich rüber kommen muss. Was mich nach wie vor noch am meisten an Ringelrobbe festhalten lässt, ist das Fellmuster mit den Ringeln. Oder wie oft kommt so ein regelmäßiges Ringelmuster bei Seehunden vor? Mir fehlt da die Erfahrung.

Hier kommen nun noch die Fotos von der (hoffentlich ;) ) Ringelrobbe von Ende Juni 2014 vor der Oie:










2020-03-08   6
Mathias Mähler

Foto: Ringelrobbe von Mathias Mähler
3 weitere Bilder der diskutierten Robbe. Hier erscheint die Kopfform etwas kurzschnäuziger als auf den anderen Fotos.