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Wacholderlaubsänger
Green Warbler
Phylloscopus nitidus

Schleswig-Holstein, 05-06-2023
© Klaus Drissner


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2023-06-06   1
Lutz Ritzel Foto: Wacholderlaubsänger von Klaus Drissner
hallo Herr Drissner,
das sind außergewöhnlich schöne Singvogelaufnahmen! - selbst wenn es nur ein Zilpzalp oder Fitis wäre, muss man sowas auf Helgoland erst mal hinbekommen. Um so besser, daß sie eine solche Topart so fotografieren konnten.

Beste Grüße
Lutz Ritzel


2023-06-07   2
Martin Gottschling Foto: Wacholderlaubsänger von Klaus Drissner
Topfoto, ohne Frage.

Aber wie unterscheidet man jetzt einen gelblichen Grünlaubsänger von einem Wacholderlaubsänger und warum ist der aktuelle Vogel kein gelblicher Grünlaubsänger!? Zumindest aber der Schnabel wirkt schon eher kräftig bei dem aktuellen Vogel, wenngleich Fotos von Wacholderlaubsängern noch längere Schnäbel zeigen (vgl. den u. st. Link und auch Fotos des 1998er Vogels).

Bzgl. der Färbung vgl. hier mit div. Fotos auf ornitho aus vergangenen Jahren, wo ich keine so deutlichen Unterschiede sehe (Wacholderlaubsänger ist halt ein GREEN Warbler und kein GRAUWE Fitis) ;-)

www.ornitho.de/index.php?m_id=54&id=2287649
www.ornitho.de/index.php?m_id=54&id=33175663
www.ornitho.de/index.php?m_id=54&id=33655017
www.ornitho.de/index.php?m_id=54&id=69687767

Umgekehrt sehen die bisherigen rezenten drei Nachweise (1997, 1998, 2016) für mich doch irgendwie krasser gelb aus, besonders auf der Brust.
www.ornitho.de/index.php?m_id=54&id=20667641
Fotos von 1997 & 1998 jeweils im entsprechenden OAG Jahresbericht.

Oder täuschen die aktuellen Bilder von der Farbintensität?

BG! MG

[bearbeitet 2023-06-07]


2023-06-07   3
Martin Gottschling Foto: Wacholderlaubsänger von Klaus Drissner
Interessante Vergleiche in diesem Artikel:

birdcount.in/field-identification-of-green-and-greenish-warblers/#:~:text=In%20fresh%20plumage%2C%20Green%20Warbler,appearing%20thicker%20and%20more%20prominent.


2023-06-08   4
Klaus Drissner Foto: Wacholderlaubsänger von Klaus Drissner
Moin Lutz und Martin,

erst mal Danke für die Blumen.

Zur Bestimmung: Rein optisch tut man sich bei so einem Vogel schon schwer.
Ja, der Schnabel sieht kräftig aus, auch Größe und Form der Flügelbinde. Und mit viel gutem Willen kann man auch den Ansatz einer zweiten Flügelbinde erahnen.
Es gibt auch Bilder, wo der Vogel deutlich grüner erscheint, abhängig vom Licht der Umgebung, dem Farbraum beim Foto, etc.( siehe das Foto von Elmar in der Gallery ). Weiterhin, wie in dem interessanten Artikel s.o. beschrieben, ist die Bandbreite von Grünlaub - und Wacholderlaubsänger doch beträchtlich. Und das ist es ja, was uns immer wieder herausfordert und Freude macht. Und die Chance gibt dazuzulernen.
Schließlich ist es dann doch der Gesang und die Rufe, die entscheidend helfen. Und dieser Vogel war sehr gesang - und ruffreudig in der kurzen Zeit, in der er stationär war.

Liebe Grüße
Klaus

P.S. Und dann gibt es ja noch die HAK und DAK, die sich damit beschäftigen dürfen;-)

[bearbeitet 2023-06-08]


2023-06-08   5
Jochen Dierschke Foto: Wacholderlaubsänger von Klaus Drissner
Der Vogel ist optisch in der Tat nicht ganz einfach (weswegen ich ih auch erstmal als Verdacht herausgegeben habe). Zum Glück sind Gesang und Ruf eindeutig - habe Aufnahmen in die Sound Gallery hochgeladen. Es gibt zur Stimme einen hervorragenden Artikel:

soundapproach.co.uk/song-and-call-identification-of-the-first-green-warbler-for-the-netherlands/

Da da eigentlich alles zur Stimme drin steht, gehe ich da nicht weiter ein.

Ein paar Hinweise zur visuellen Bestimmung:
Den von Martin zitierten Artikel find eich wenig hilfreich - da werden nur ein paar Standardmerkmale genannt. (die animierten Verbreitungskarten finde ich aber klasse!)
Nicht alle Wacholderlaubsänger (WLS) sind grün und es gibt ein paar wenige Grünlaubsänger (GLS), die ihrem Namen alle Ehre machen (zumindest auf Helgoland <10 %). Der niederländische Name "Grauwe Fitis" ist da wesentlich treffender. Trotzdem erkennt man auf den Bildern von Klaus und Elmar, dass der Vogel schon recht gelblich auf der Brust ist, auch der Überaugenstreif. Dass die Färbung beim selben Individuum bei unterschiedlichem Lichteinfall sehr unterschiedlich wirken kann, steht auch im Svensson. Die sehr grünen Säume der Schwungfedern habe ich beim GLS noch nie gesehen (bzw. sie sind mi zumindest noch nie aufgefallen).
Der Vogel war für einen Grünlaubsänger sehr kräftig und hatte einen sehr kräftigen Schnabel. Ich finde den Schnabel schon lang, und vorne ist auf einem Bild von Klaus ein kleiner Haken zu erahnen.
Die Flügelbinde ist auf den äußeren Großen-Armdecken für einen GLS außergewöhnlich breit und deutlich (habe ich bei GLS aber auch schon so gesehen). Sie zieht sich auch auf die inneren Großen Armdecken, allerdings sind die so abgenutzt, dass das nur zu erahnen ist. Auch die Flügelbinde auf den Mittleren Armdecken ist stark abgenutzt und nur auf guten Fotos zu erahnen. Hat GLS aber im Herbst (K1) regelmäßig und im Frühjahr nur sehr selten (kann mich jetzt nur an einen Vogel auf Helgoland erinnern).

Insgesamt also ein sehr schwieriger Vogel, der, wenn er nicht ständig gesungen und auch gerufen hätte, sicherlich leicht als gelblicher GLS hätte durchrutschen können!