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Waldsaatgans
Taiga Bean Goose
Anser fabalis

Brandenburg, 29-11-2015
© Michael Wimbauer


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2015-12-02   1
Lutz von der Heyde Foto: Waldsaatgans von Michael Wimbauer
Moin,
warum sind das Waldsattgänse?
Viele Grüße
Lutz


2015-12-02   2
Arne Torkler Foto: Waldsaatgans von Michael Wimbauer
Zitat Lutz von der Heyde

Moin,
warum sind das Waldsattgänse?
Viele Grüße
Lutz

Warum nicht?! Gerade was man von dem dritten Vogel von links (also der ganz rechte) erkennen (erahnen) kann am Schnabel/Kopf sieht doch gut aus!


2015-12-03   3
Detlef Gruber Foto: Waldsaatgans von Michael Wimbauer
Das Odertal bei Schwedt ist eines der bevorzugten Winterrastgebiete der Waldsaatgans in Deutschland. In Westdeutschland treten Waldsaatgänse nur unregelmäßig auf.
Man würde sich zur Dokumentation dann sicherlich ein Foto mit mehr Details wünschen. Dennoch ist insbesondere die rechts sitzende Saatgans, bei der man nur den Kopf sieht, wahrscheinlich eine Fabalis.
Außerdem sollte man berücksichtigen, dass die sehr typischen Waldsaatgänse mit „Schwanenhals“ vermehrt wohl erst in der Sibirischen Taiga vorkommen. Die Brutvögel aus Finnland erscheinen mitunter sogar intermediär zu Tundrasaatgänsen.
In vielen Fällen ist eine sichere Unterscheidung von Einzelvögeln auch gar nicht möglich. Deshalb sollte man die Trupp Zusammensetzung beachten. Und wie Michael mir mitteilte, konnte er halt feststellen, dass es sich hierbei um Waldsaatgänse handelte.


2015-12-03   4
Bastian Meise Foto: Waldsaatgans von Michael Wimbauer
Es trägt zwar nichts zur oben genannten Frage hinzu, aber ich würde sagen das Bild zeigt 4 x fabalis :-)


2015-12-04   5
Lutz von der Heyde Foto: Waldsaatgans von Michael Wimbauer
Moin Arne, moin Detlef,

vielen Dank für eure sehr konstuktiven und richtigen Kommentare und berechtigten Gegenfragen!

Mein kurzes Statement bezog sich auf die beiden links stehenden Saatgänse, da diese als erstes auffallen und mit der Bildunterschrift verbunden werden. Bei der Saatgans weiter rechts von der man nur den Kopf sieht, sehe ich auch einen sehr guten Kandidaten für eine WSG, genau wie bei der vierten Saatgans im Bild (noch etwas weiter rechts) die ihren Schnabel gerade im Raps hat. Die beiden offensichtlich und deutlich zu sehen Saatgänse, die ich ja nicht als TSG bezeichnet habe!, sondern nur die Frage stellen wollte, welche Merkmale diese Gänse belastbar zu WSG machen. Für mich fallen diese Gänse - bisher - zu den von Detlef benannten, im Einzelfall nicht unterscheidbaren finnischen Waldsaatgänsen.
Auch bei der deutlich kurzhalsige Saatgans auf dem Flugbild, bei der auch das Schnabel-Kopf-Profil und die Schnabelfärbung nicht gerade für WSG sprechen weckt Zweifel, ob es alles WSG sind.

Gibt es Literatur / Forschungsergebnisse über die systematische Stellung der "Finnischen"-Saatgans eindeutige Aussagen machen und zeigen, dass es wirklich WSG sind und es sich nicht doch um Hybriden handelt für die sie lange gehalten wurden und deshalb die Trennung der beiden Taxa verhindert haben.
Wäre ja schön, wenn es da keine Hybriden gäbe! Aber wer will das wirklich glauben?

Wenn die Gänse in der Gruppe als Gesamtheit bestimmt wurden, dann wäre es natürlich schön, wenn auch ein Foto von wirklich nachvollziehbaren WSG in der Serie wäre.

VG! Lutz


2015-12-04   6
Martin Gottschling Foto: Waldsaatgans von Michael Wimbauer
Zitat Lutz von der Heyde



Wenn die Gänse in der Gruppe als Gesamtheit bestimmt wurden, dann wäre es natürlich schön, wenn auch ein Foto von wirklich nachvollziehbaren WSG in der Serie wäre.


Wenn man das Foto in max. Auflösung sieht, sieht man das das wirklich WSG sind, auch von der Schnabelstruktur. Vielleicht kann Michael das Bild ja noch mal max. reingezoomt einstellen!?

MG


2015-12-04   7
Detlef Gruber Foto: Waldsaatgans von Michael Wimbauer
Zitat Lutz von der Heyde


Gibt es Literatur / Forschungsergebnisse über die systematische Stellung der "Finnischen"-Saatgans eindeutige Aussagen machen und zeigen, dass es wirklich WSG sind und es sich nicht doch um Hybriden handelt für die sie lange gehalten wurden und deshalb die Trennung der beiden Taxa verhindert haben.
Wäre ja schön, wenn es da keine Hybriden gäbe! Aber wer will das wirklich glauben?

Hallo Lutz,

ja vermutlich (hoffentlich) wird es solche Forschungsergebnisse geben; vielleicht auch einen genetischen Vergleich von Finnischen Brutvögeln mit solchen östlich vom Ural.

zooekol.biol.lu.se/waterfowl/BEANGOOSE/2011-ORNIS-SVECICA-21-157_166.pdf

Beachte hier u. a. diese Aussage: „The Bean Geese stayed further to the north in south Sweden during the autumn in the latter period and arrived later to wintering areas in southernmost Sweden. Moreover they did not go to the Netherlands and western Germany during cold winters in the second as they did in the first period.”

Ferner zu beachten auch die Studien von Th. Heinecke nach denen Tundrasaatgänse gleichermaßen Brutvögel in Nordskandinavien sind.

www.zoo.ekol.lu.se/waterfowl/hollviken.pdf#page=68

Es wäre natürlich schön wenn man auf den Fotos die Anzahl der "Zähne" im Oberschnabel durchzählen könnte: “number of teeth in the upper mandible (20–23 in rossicus, 24–27 in fabalis)”; aber als verantwortungsvoller Fotograf möchte man für entsprechende Portraitfotos die Gänsetrupps ja nicht beunruhigen …


2015-12-04   8
Jens Halbauer Foto: Waldsaatgans von Michael Wimbauer
Das Beobachtungsgebiet passt und ich würde dem Beobachter auch Erfahrung und die nötige Sorgfalt bei der Bestimmung unterstellen! Auf dem Foto ist in meinen Augen eine Bestimmung pro fabalis nicht möglich ….

JHAL


2015-12-04   9
Michael Wimbauer Foto: Waldsaatgans von Michael Wimbauer
Moin zusammen,
Die Gänse waren im Feld sehr auffällig: Deutlich Größer als die Blässgänse, Schnabel und Hals haben für WSG gesprochen. Leider machen das die Bilder scheinbar nicht so deutlich.
MG hat mich direkt danach gefragt und ein stärker reinvergrößertes Bild hat ihn direkt überzeugt. Gerne kann ich dieses hier nachreichen!
Viel bessere Bilder hab ich keine gemacht, da ich nicht näher an den Trupp gekommen bin ohne die Gänse aufzuscheuchen. Die Gänse waren insgesamt sehr nervös und der gesamte Trupp (1000-1200 Ex.) ging während meiner Beobachtungszeit dreimal hoch, einmal durch einen Hubschrauber, einmal durch einen Seeadler und einmal durch einen mir nicht erkenntlichen Grund. Laut Ornitho ging der Trupp noch ein weiteres Mal hoch, als ein Geländewagen auf dem Acker rumgrfahren ist. Also wohl noch ein viertes Mal. Da bei jedem Mal Auffliegen Gänse in alle Himmelsrichtungen verschwanden um vielleicht eine ungestörtere Nahrungsfläche aufzusuchen, habe ich es wie gesagt nicht auf bessere Bilder angelegt. Da ich zu diesem Zeitpunkt noch die Rothalsgans in dem Trupp finden wollte und danach nochmal gezielt nach Birkenzeisigen gucken wollte, stand das Fotografieren etwas hinten an.
Im Odertal im Bereich von Schwedt wurden in den Vortagen z.T. mehrere hundert WSG gemeldet, was mich dazu bewogen hat dorthin zu fahren.

Gruß, Michael


2015-12-08   10
Lutz von der Heyde Foto: Waldsaatgans von Michael Wimbauer
Zitat Jens Halbauer

Das Beobachtungsgebiet passt und ich würde dem Beobachter auch Erfahrung und die nötige Sorgfalt bei der Bestimmung unterstellen! Auf dem Foto ist in meinen Augen eine Bestimmung pro fabalis nicht möglich ….

JHAL

Moin,
Erfahrung und Sorgfalt wollte ich Michael nicht absprechen, ansonsten aber teile ich diese Einschätzung von Jens und genau deshalb sind die Fotos ja so spannend. Die Detailfotos würden mich sehr interessieren, denn man lernt ja immer gerne etwas neues über die Variabilität von schwieriger zu bestimmender Arten dazu.

Ansonsten vielen Dank für die Literaturhinweise und die sachdienlichen Kommentare.

Viele Grüße
Lutz